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Nachrichten über Containertransport

 

Deutsche Schifffahrt in voller Fahrt


22.Dez 2006

Die deutsche Seeschifffahrt wächst wie seit Jahren nicht mehr: 2.998 Schiffe zählte die deutsche Handelsflotte zum Jahresende, 10 Prozent mehr als vor einem Jahr. Damit haben deutsche Reeder die drittgrößte Handelsflotte der Welt nach Griechenland und Japan. Bei den wichtigsten Schiffen für die Globalisierung, den Containerfrachtern, liegt Deutschland mit 1.280 Stück sogar an der Spitze.

Weiteres Wachstum auf dem Wasser ist programmiert: 727 Schiffe im Wert von rund 7 Milliarden Euro wurden 2006 in Auftrag gegeben. Insgesamt haben deutsche Reeder Bauaufträge für 26,4 Milliarden Euro laufen. Das brummende Geschäft wirkt sich auch auf die Beschäftigung aus: Die Zahl der Jobs auf Schiffen unter deutscher Flagge stieg seit 2003 um 25 Prozent auf fast 14.000. An Land stieg die Beschäftigung um 14 Prozent auf 20.600 Jobs.

Vor allem an Bord suchen die Reeder inzwischen fast verzweifelt Personal: Vor allem Offiziere und Kapitäne sind rar, denn die langen Fahrzeiten fern der Heimat sind für viele Berufseinsteiger unattraktiv. Um das auszugleichen, lassen manche Reedereien sogar auf eigene Kosten die jeweilige Partnerin in die Zielhäfen einfliegen.

Der Zuwachs bei der Flotte schlägt sich aber nicht auf der Gewinnseite nieder: «Für die Linienreedereien ist es derzeit schwer, Gewinne zu machen», sagte der Vorsitzende des Verbands Deutscher Reeder (VDR), Frank Leonhardt, Mitte Dezember in Hamburg.

Vor allem die Betreiber von Containerschiffen stehen vor Problemen: Die Treibstoffkosten sind in den letzten Monaten um bis zu 50.000 US-Dollar pro Tag gestiegen, gleichzeitig sind die Preise für den Transport gefallen, wie der VDR berichtete. Die Gründe für den Preisverfall sind nicht völlig klar, weil die Schiffe immer noch gut gebucht sind und der Handel brummt: Möglicherweise versuchen manche Großreedereien mit Kampfpreisen Marktanteile zu gewinnen.

Zwtl: Leertransporte drücken den Gewinn

Außerdem wird das Ungleichgewicht auf den Hauptrouten von Amerika und Europa nach Asien immer größer: Auf drei volle Container auf der Route Asien - USA kommt nur ein beladener Container in umgekehrter Richtung. Im Verkehr Asien-Europa ist es nicht viel besser. Die steigende Zahl von Leertransporten drückt auf die Gewinne.

Allerdings geht der VDR von einem Wachstum der weltweiten Containertransporte von 8 Prozent 2007 aus. Um die aktuellen Probleme zu bewältigen, haben manche deutscher Reeder Gegenmaßnahmen ergriffen: Die Schiffe fahren langsamer, was Treibstoff spart und Transportkapazität aus dem Markt nimmt.

Bei den Firmen war 2006 die Übernahme der kanadischen CP Ships durch die Hamburger Containerreederei Hapag-Lloyd das wichtigste Ereignis: Damit ist die weltweit fünftgrößte Containerreederei entstanden. Zurzeit läuft die Integration der Übernahme: Alte CP - Schiffe werden verkauft, 5 große Neubauten kommen 2007 hinzu. Die Integrationskosten und die niedrigen Preise drücken Hapag-Lloyd 2006 in die Verlustzone.

N24









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