Hamburg. Die deutsche Seeschifffahrt wächst wie seit Jahren nicht mehr, wird aber von einem Preisverfall bedroht. «Für die Linienreedereien ist es derzeit schwer, Gewinne zu machen», sagte der Vorsitzende des Verbands Deutscher Reeder (VDR), Frank Leonhardt, am Donnerstag in Hamburg bei der Vorlage des Jahresberichtes. Deutsche Reeder betreiben mit 1.280 Stück die größte Containerflotte der Welt und liegen über alle Schiffstypen gesehen mit rund 3.000 Schiffen nach Griechenland und Japan auf Platz drei. 2006 wuchs die deutsche Handelsflotte um 10 Prozent.
Vor allem die Betreiber von Containerschiffen stehen aber vor Problemen: Die Treibstoffkosten sind um bis zu 50.000 US-Dollar pro Tag gestiegen, gleichzeitig sind die Preise für den Transport gefallen, wie der VDR berichtete.
Außerdem wird das Ungleichgewicht auf den Hauptrouten von Amerika und Europa nach Asien immer größer: Auf drei volle Container auf der Route Asien - USA kommt nur ein beladener Container in umgekehrter Richtung. Im Verkehr Asien-Europa ist es nicht viel besser. Die steigende Zahl von Leertransporten drückt auf die Gewinne.
Allerdings geht der VDR von einem weiteren Wachstum der weltweiten Containertransporte von 8 Prozent im Jahr 2007 aus. Um die aktuelle Probleme zu bewältigen, haben manche deutscher Reeder Gegenmaßnahmen ergriffen: Die Schiffe fahren langsamer, was Treibstoff spart und Transportkapazität aus dem Markt nimmt.
Die deutschen Reeder sind beim Wachstum der Welt-Handelsflotte voll dabei: 727 Schiffe im Wert von rund 7 Milliarden Euro wurden 2006 in Auftrag gegeben. Insgesamt haben deutsche Reeder Bauaufträge für 26,4 Milliarden Euro laufen. Das brummende Geschäft wirkt sich auch auf die Beschäftigung aus: Die Zahl der Jobs auf Schiffen unter deutscher Flagge stieg seit 2003 um 25 Prozent auf fast 14.000. An Land stieg die Beschäftigung um 14 Prozent auf 20.600 Jobs.
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