Noch vor Inbetriebnahme der Betuwe-Linie befindet sich der schienengebundene Gütertransport Richtung Deutschland bereits im Aufschwung. In der ersten Hälfte des Jahres 2006 wurden gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres 15 Prozent mehr per Bahn nach Deutschland transportiert.
Nach Aussage von Railion belegt dieser Zuwachs, dass die Liberalisierung des schienengebundenen Gütertransports erfolgreich verlaufen ist.
Der Zuwachs geht aus Zahlen hervor, die am Montag vom niederländischen Statistischen Zentralamt veröffentlicht wurden. Der schienengebundene Gütertransport nach Deutschland verzeichnet schon seit Jahren ein stürmisches Wachstum.
Inzwischen fahren dreimal soviel Waggons Richtung Osten wie vor zehn Jahren. Deutschland ist bei Weitem der bedeutendste Zielort für Güterzüge aus den Niederlanden, mit einem Marktanteil von zirka 60 Prozent.
Railion, Marktführer im Bereich des schienengebundenen Gütertransports, erwartet, dass das Wachstumstempo sich in den kommenden Jahren dank der Inbetriebnahme der Betuwe-Linie im neuen Jahr noch steigern kann. Voraussetzung ist allerdings, dass eine laufende Diskussion zur Bahnsteuer keine extremen Preiserhöhungen zur Folge hat.
Railion-Sprecher Jelle Rebbers meint, dass das Wachstum des vergangenen Jahrzehnts vor allem der erfolgreichen Privatisierung des schienengebundenen Gütertransports zu verdanken ist. „Politiker beschweren sich oft über den Bahnsektor, aber hier besteht wirklich eine erfolgreiche Politik“, so Rebbers. „Wir haben jetzt mehrere Anbieter mit verschiedenen Spezialrichtungen, und es gibt Wettbewerb beim Preis. Dadurch sind die Transportkosten pro Tonne beträchtlich gesunken.“ Der durchschnittliche Preis pro Tonne sank bei Railion zwischen 1995 und 2004 um 22 Prozent.
Nieuwsblad Transport