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Konjunktur in Deutschland gewinnt weiter an Fahrt


16.Aug 2006

Die Wirtschaft ist von April bis Juni 2006 so stark wie seit fünf Jahren nicht mehr gewachsen. Das liegt unter anderem an den Investitionen und dem Konsum im Inland. Auch der Arbeitsmarkt profitiert von der günstigen Entwicklung. Das Bruttoinlandsprodukt, das den Wert der im Inland erwirtschafteten Leistungen misst, stieg im ersten Quartal des Jahres um 0,7 Prozent. Im 2. Quartal sogar um 0,9 Prozent. Einen ähnlichen Aufwärtstrend hatte es zuletzt Anfang 2001 gegeben. Von diesen guten Zahlen wurden selbst die Wirtschaftsexperten überrascht. In der Euro- Zone erreichte das Wachstum ebenfalls 0,9 Prozent. Es übertraf damit das Wachstum in den USA und Japan.



Die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal 2006 wurde von 38,9 Millionen Erwerbstätigen erbracht. Das waren 185 000 Personen oder 0,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, errechnete das Statistische Bundesamt.



Binnennachfrage gestiegen



Erfreulich ist, dass die Wachstumsimpulse im zweiten Quartal 2006 hauptsächlich aus dem Inland kamen. Denn nicht nur die Exporte, sondern auch die Investitionen und der Konsum haben die Konjunktur angeschoben.



Vor allem die Investitionen in Bauten und in Ausrüstungen trugen zur wirtschaftlichen Belebung bei.



Prognosen werden nach oben korrigiert

Für das Gesamtjahr werden wegen der guten Quartalszahlen nun die vorsichtigen Prognosen nach oben revidiert.



So sagte der Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Bert Rürup, gegenüber dem Handelsblatt: „Wenn keine größeren Überraschungen im dritten und vierten Quartal auftreten, ist ein Wirtschaftswachstum um die zwei Prozent im Gesamtjahr 2006 realistisch.“



Positive Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos äußerte sich ebenfalls erfreut über die insgesamt positiven Aussichten für dieses Jahr. Der Aufschwung habe an Kraft und Breite gewonnen und die Lage am Arbeitsmarkt habe sich merklich verbessert.



Die anziehende Konjunktur wird sich nach Ansicht des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) spürbar auf den Arbeitsmarkt auswirken. „Zum Jahresende, spätestens Anfang 2007 ist eine sichtbare Entlastung auf dem Arbeitsmarkt möglich“, sagte IWH-Arbeitsmarktexperte Horst Buscher der in Halle erscheinenden Mitteldeutschen Zeitung.

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